Zur Person Julius

Der Urgrossvater

Julius Kost (1846-1929) war der Urgroßvater unserer Familie. Eine Honorität, die sich sowohl im gesellschaftlichen Leben als auch um die Entwicklung der sächsischen Landwirtschaft verdient gemacht hat.

Auszug aus dem Lebenslauf:

Und nun soll noch weiter gesagt sein, dass ich auch anders gewesen bin: Zunächst will ich erwähnen, dass ich viele, viele Jahre beim Amtsgericht Döhlen und später auch beim Amtsgericht Wilsdruff viel als Schöffe sowie beim Schwurgericht Dresden mehrmals als Geschworener tätig gewesen bin.

Im Jahre 1872 war es, als ich am Anfange desselben Jahres durch Wahl als erster Gemeindeältester in den Gemeinderat zu Gittersee eintrat und blieb in dieser Stellung viele Jahre bis ich durch Wahl dann zum Gemeindevorstand aufrückte, in welchen Amte ich bis zu meinem Wegzuge am 31. Januar 1900 nach Grumbach verblieb.

In dieser Zeit ist in dieser Gemeinde, die weit über 3000 Einwohner zählte, manches und vieles geschaffen wurden. Da sei erwähnt, dass wir uns von der Muttergemeinde Döhlen, wohin Gittersee hunderte von Jahren gehörte, kirchlich trennten und eine eigene Parochie errichteten. Wir legten einen Friedhof an, erbauten eine Kapelle, schafften drei Glocken, wählten einen Pfarrer, Dr. Flemning und hielten in besagter Kapelle unsere Gottesdienste ab. Alsdann schufen wir eine Wasserleitung, die wohl die einzige in ihrer Art in ganz Sachsen war, deswegen, indem wir das Wasser durch einen 20 PS Motor 140 Meter hoch in den Hochbehälter treiben mussten um es von da aus der ganzen Gemeinde zugänglich zu machen.

Durch das starke Anwachsen der Gemeinde machte sich auch die Vorbereitung der Kommunikationswege nötig, die zum Teil auf elf Meter Breite gebracht wurden und zugleich mit Kanalisation versehen wurden. Auch neue Straßen wurden angelegt, wenn auch zunächst von Privathand.

Ebenso machte sich aus dem gleichen Grunde die Neuvermessung der Flur Gittersee nötig, die auf mein Bitten beim Ministerium 1/1000 und unentgeltlich vermessen wurde. Auch eine neue Schule wurde gebaut, die aber von der Schulgemeinde Coschütz Gittersee übernommen wurde und somit die politische Gemeinde Gittersee überhoben war.

Im Jahre 1893 wurde in Gittersee der Wunsch laut, es möchte doch ein elektrisches Werk gebaut werden. Solche Wünsche tauchten auch in anderen Gemeinden auf, sodass sich eine Schar Männer, darunter auch ich zusammen taten und die Sache weiter verfolgten, denen es auch gelang, elf Dörfer und zwei selbständige Gutsbezirke zur Erbauung eines solchen Werkes zusammen zu bringen. Gleich in der ersten Vertreterversammlung wählte man mich zum Vorsitzenden, der ich als solches das nötige übernahm.

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